Berichte

Greina - die Explorer-Alpenüberquerung im Herbst

Sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt- und eine grosse Bildungslücke geschlossen haben wohl die meisten der gestrigen Teilnehmer von Guide Andreas’ Tour «Greina – die Explorer-Alpenüberquerung im Herbst»

Die Greina liegt auf einer Höhe von 2200m.ü.M. und ist ein Alpenübergang zwischen den Kantonen Graubünden im Osten und Tessin im Westen. Sie gelangte im Jahr 1985 zu nationaler Berühmtheit, als gegen ein Wasserkraftprojekt mit Stausee landesweit protestiert wurde. Das Bauvorhaben wurde 1986 zurückgezogen und die Greina-Ebene ist seitdem eine nationale Schutzzone.

Nach einer gut 3-stündigen Anreise mit Bahn und Postauto startete das Erlebnis in Vrin, einem Dörfchen fast zuhinterst im Val Lumnezia. Die Tour wird normalerweise von den Bergwanderern in 2 Tagen und einer Uebernachtung in der Terri-, Scaletta- oder Motterasciohütte absolviert – unser 10köpfiges Grüppchen hatte sportlichere Ziele und wollte mindestens vor Einbruch der Dunkelheit am Ziel in Olivone im Tessin sein.

Schon bald wurde es stotziger und die kurze Wartepause beim Passieren einer Kuhherde auf dem Alpabzug war Gelegenheit für eine willkommene Verschnaufpause, galt es doch ab Vrin bis auf den Pass Diesrut gegen 900Hm zurückzulegen. Dort oben blies dann auch ein starker und sehr kalter Wind und die mitgenommenen warmen Jacken und zusätzlichen Shirts gelangten in den willkommenen Einsatz.

Kurze Zeit später war es dann soweit und der Blick auf das Ziel aller Begierden, die Greina-Ebene, war frei. Die unberührte und grossartige Landschaft liess einiges an Ehrfurcht aufkommen und unsere Runners wieder einmal sehr dankbar sein, in was für einem schönen Land wir leben dürfen.

Nach einem knackigen Abstieg über gut 200Hm galt es nun, diese total 6km lange und 1km breite Ebene der Länge nach resp. von unten nach oben zu durchlaufen. Dieses Unterfangen verlangte den bereits malträtierten Beinen gleich nochmals einiges ab, da es die ganze Zeit konstant leicht bergauf ging. Und so waren vermutlich die meisten froh, als nach einem weiteren Aufstieg über den Greina-Pass (2379m.ü.M.) die Scaletta-Hütte (2205m.ü.M) in Sicht kam und ein dreiviertelstündiger Verpflegungshalt an der Wärme eingeschaltet werden konnte.

Frisch gestärkt mit Käse, Kuchen und Kaffee wurde anschliessend die letzte Etappe in Angriff genommen. Dabei galt es, auf dem unendlich langen Abstieg durchs Bleniotal bis hinunter nach Olivone fast 1400Hm zu vernichten, wo endlich in der nächsten Beiz das verdiente Bier und der Cappuccino wartete. Die Rückreise nach Zürich war danach nur noch Beilage.

Herzlichen Dank an Guide Andreas für die Orga dieser grossartigen und sehr eindrücklichen Tour! Solche Trips sind wirkliche Höhepunkte im Leben eines Trailläufers und wir freuen uns auf weitere Lauferlebnisse in den wunderschönen Schweizer Laufgründen.

Zur Statistik: ca. 32km, Laufzeit brutto knapp 6h (ohne Hüttenpause), ca. 1350Hm obsi, ca. 1900Hm absi. Dazwischen: ganz viele Gels, Biberli, Energieriegel, Trockenfutter und Wasser.

Die Mitstreiter waren: Janine, Andreas, André, Erich, Josef, Manfred D., Martin, Thomas V., Urs U. und Rolf.

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