Berichte

HM18.2 1000HM zum Zmorge - 1300HM für die Harten - Lauf zur Glocke

Der Lauf zur Glocke auf dem Hüttchopf ab Wetzikon stand heute dick angestrichen in der Agenda der Freizeitsportler - und dieses Abenteuer wollten sich fünf Verrückte heute Morgen nicht entgehen lassen! Laut Ausschreibung konnte man sich ja je nach Appetit und Tagesform entweder 12, 21 oder 32km reinziehen.

Guide Andreas griff nach dem guiden gleich noch in die Tasten und übermittelte der Redaktion den sehr lebendigen Bericht:

"Kurz nach dem Start in Wetzikon stand dann schon die erste Prüfung der Ernsthaftigkeit an - „Allmen direttissima“ hiess das Programm. Üblicherweise geht an diesem Hügeli das fröhliche Schwätzen in Fluchen und dann Stille über...heute jedoch wurde Stufe 2 übersprungen und es wurde direkt nur noch geschnauft.

Oben angekommen war ja dann doch auch schon ein Drittel der Höhenmeter geschafft und es flammten erste Ausstiegsdiskussionen auf („ich wollte eh nur ein kleines Ründeli machen heute“)...

Nun ja, diese Feuerchen wurden durch den direttissima Abstieg nach Fischental huschhusch vom Fahrtwind ausgeblasen und unten sprach niemand mehr davon :-) ...alle wollten sie möglichst schnell in die Hüttchopf Nordwand einsteigen - nicht mal mehr 300m Abstecher zum Brunnen waren drin...

Nun gut - auch beim zweiten Anstieg über doch fast 500HM am Stück wurde Schritt zwei ausgelassen - erst Schwätzchen, dann Schnaufen - und oben alle happy!

Leider hat uns der Hüttchopf heute nicht das ganze Panorama gezeigt und wir mussten uns mit einzelnen blauen Gucklöchern begnügen - dafür war es auch nicht brennend heiss im Aufstieg.

Ein kurzer Tankstopp dann in der Alp Scheidegg und die nächste Prüfung stand auf dem Programm - „Achtung steiler Abstieg“ auf der Tafel war kein Scherz sondern bedeutete technischer Trail in der Fallinie über eine Kombination aus unzähligen Stufen, Wurzeln, Kullersteinen, Ästen, Laub und so weiter - welche uns manchmal in Gruppen oder ganz fies auch alleine im Schatten aufgelauert haben.

In Gibswil angekommen hatte somit auch die ganze Gruppe erste Müdigkeitserscheinungen in der Muskulatur angesammelt und bereits wurde in den Pausen ausgiebig gedehnt.

Dies sind die Situationen, in welchen dann wieder die „holt mich hier raus“-Feuerchen aufflammen...und wäre die Bahn nicht noch ein Kilometer weg gewesen, hätte sich hier wohl ein Flächenbrand entwickelt...

Nun gut - schnell waren auch diese Flämmchen wieder aus und alle haben sich entschieden, die letzte Etappe (+12km/200HM) auch noch unter die Sohlen zu nehmen um damit endgültig der Gruppe der „Harten“ beizutreten.

Die letzte Prüfung wurde damit vollzählig angegangen und bald schon war der Point of no return erreicht - es ging nur noch heimwärts...dachten wir...und wurden eines Besseren belehrt:

Nach einem rasanten Abstieg zum Girenbad war wieder einmal Single Trail angesagt. Wieder lauerten überall die kleinen Fieslinge am Boden, doch dieses Mal waren sie leider erfolgreich - Pechvogel Manfred hat eine Wurzel übersehen und ist darüber gestolpert. Die folgende Bruchlandung hat ihn dann sowohl im Gesicht, wie auch an der Hand verletzt. Nach erster Bestandesaufnahme kam dann auch der Freizeitsportler-Medical Kit zum Einsatz. Wir waren froh, hier auf Ausrüstung zurückgreifen zu können und wir haben auch gelernt, dass es wichtig wäre, den Inhalt des gelben Beutels sporadisch durchzusehen - dann weiss man, was man dabei hat...

Nachdem die Blutung erst einmal gestoppt war, wurde flugs die freizeitsportler-Ambulanz gerufen, um den tapferen Patienten ins Spital Wetzikon zu überführen - dieses konnte er nach fast 3 Stunden Wartezeit, 3 Stichen an der Gesichtswunde und einem Röntgenbild des Fingers zum Glück wieder verlassen! Wir sind froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist und wünschen Manfred gute Besserung.

Der Rest der Gruppe liess es dann noch bis an den Ausgangspunkt rollen und ich glaube, es waren alle froh, als die Colafläschchen in die Runde gereicht wurden.

Nun steht die Erholung auf dem Programm und wir freuen uns bereits auf die nächste Austragung dieses Laufes"

Die „Harten“ von heute waren: Katrin, Marcel, Manfred D., Martin und Andreas

Für die Zahlenfüchse: 31,4km / 1350HM / 3:57 Laufzeit / 5:04 Totalzeit

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