Achtung: der nachfolgende Bericht kann verstörende Fotos enthalten ;-)
Was bedeutet Hypoglykämie, wo findet man den nächsten Defi oder wie lautet die mit Vorzug zu verwendende Notfalltelefonnummer?
Mit solchen Dingen befassten sich gestern Samstag neun Guides von Freizeitsportler.ch anlässlich ihrer alljährlichen Weiterbildung im vielfach bewährten Schulzimmer von Andrea S. im Schulhaus Freiestrasse in Uster.
Von 09:00 bis 16:30 Uhr leitete Simon Ackermann, erfahrener Rettungssanitäter, Instruktor und Expeditionsleiter, ein praxisorientiertes Training mit klarem Schwerpunkt auf dem souveränen Umgang mit Krisensituationen, wie sie im Rahmen der Guide-Tätigkeit plötzlich auftreten können.
Zentrale Hilfsmittel bildeten die Eselsbrücken 4S (Scene, Safety, Situation, Support) und X (oder C)ABDCE (Critical Bleeding, Airway, Breathing, Circulation, Disability, Environment), welche helfen, Notfälle systematisch einzuschätzen und angemessen zu reagieren.
Zahlreiche realitätsnahe Fallbeispiele – sowohl drinnen als auch draussen – boten den Teilnehmenden Gelegenheit, die Theorie unmittelbar in die Praxis umzusetzen. Behandelt wurden akute Situationen wie Schlaganfall und Herzinfarkt, aber auch Schnittverletzungen, Knochenbrüche, Hypertonie/Hypotonie (zu hoher oder zu tiefer Bluthochdruck), Hypoglykämie (Unterzuckerung) sowie Hitzeerscheinungen. Ergänzend standen Verbandstechniken, der Umgang mit Notfallnummern und die korrekte Alarmierung auf dem Programm.
Besonders einprägsam waren Simons Tipps zur kreativen Ersten Hilfe. Etwa dass eine Rettungsfolie/decke nicht über der Kleidung, sondern auf die letzte Kleiderschicht, aber nicht direkt auf der Haut montiert werden sollte – und auch als Nottragschlinge oder als Sonnenbrille dienen kann. Oder dass sich ein Biwaksack auch als Tragbahre eignet - und ein Pullover bestens als Armschlinge eingesetzt werden kann - praktisch zum Beispiel bei Schulterluxationen oder Schlüsselbeinbrüchen. Hoffentlich lange im Gedächtnis haften bleibt auch die Wiederholung und richtige Anwendung klassischer Methoden wie des Druck- und Kopfverbandes.
Im Anschluss an die Sandwich-Mittagsverpflegung überraschte Geburtstagskind Martin die Gruppe im, wohl auch nach vielen Jahren Schulabstinenz, immer noch sehr geheimnisvollen Lehrerzimmer, gleich mit mehreren feinen Kuchen, die mit dem gereichten Kaffee hervorragend schmeckten. Herzlichen Dank Martin für die Ueberraschung und an Andrea für die Zurverfügungstellung ihres Schul- und des Lehrerzimmers samt bester (Kaffee, Tee usw.)Infrastruktur.
Während weiteren Fallbeispielen, praxisnahen Handgriffen und daraus gestärktem Selbstvertrauen gingen die 7 ½ abwechslungsreichen Stunden wie im Flug vorbei und alle TeilnehmerInnen waren sich am Schluss einig, dass solche Schulungen viel öfters absolviert werden sollten, um im Notfall auch korrekt und besonnen reagieren zu können.
Ein herzlicher Dank geht an Simon für sein Engagement und an alle Guides für die aktive Teilnahme – gemeinsam ist das Team nun bestens vorbereitet, auch in kritischen Momenten ruhig und kompetent zu handeln.
Dabei waren die fs.ch-Guides Andrea S., Connie, Fränzi, Sofie, Andreas F., Arnaud, Martin, Urs v. und Rolf.
Rolf K.
